Thermodynamik · Kondensation · 4 Min. Lesezeit

Der Kühlschrank-Irrtum: Warum Kapseln und Tabletten nicht in die Kälte gehören

Viele Verbraucher glauben, ihren Nahrungsergänzungsmitteln etwas Gutes zu tun, indem sie alle Dosen in den Kühlschrank stellen. BERGWEISE räumt mit diesem verbreiteten Mythos auf: Aus thermodynamischer Sicht ist der Kühlschrank für feste Darreichungsformen wie Kapseln oder Tabletten einer der riskantesten Orte überhaupt.

1. Kondenswasserbildung am Taupunkt

Wird eine kalte Glas- oder Kunststoffdose aus dem Kühlschrank entnommen und in der wärmeren Raumluft geöffnet, unterschreitet die einströmende Luft sofort ihren Taupunkt. Feuchtigkeit schlägt sich sekundenschnell als feiner Kondensfilm an den Innenwänden und Kapseln nieder.

2. Zersetzung pflanzlicher Kapselhüllen

Kapseln aus HPMC sind darauf ausgelegt, sich bei Kontakt mit Flüssigkeit zügig aufzulösen. Wiederholtes Kondenswasser im Doseninneren führt dazu, dass die Hüllen brüchig werden, verkleben oder ihren Inhalt vorzeitig freisetzen.

3. Ausnahmen bestätigen die Regel

Lediglich flüssige Probiotika oder angebrochene Algenöle gehören in die Kühlung – dies ist auf dem Etikett dann jedoch ausdrücklich vermerkt. Alle festen Präparate lagern am besten trocken bei 15 bis 22 °C.

BERGWEISE Thermik-Tipp:

Feste Kapseln niemals im Kühlschrank lagern. Ein schattiges Fach bei konstanter Zimmertemperatur verhindert schädliche Kondensfeuchte verlässlich.

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